Idealgewicht - gibt es das überhaupt?

Idealgewicht - gibt es das überhaupt?

Immer wieder fragen sich Personen, wie Du Dein optimales Gewicht und so den perfekten Körper erreichen können. Doch wer entscheidet darüber, was „perfekt“ ist?

Wenn man in der Geschichte etwas zurückblickt, erkennt man, dass Körperfülle als sehr attraktiv galt. Es stand für Wohlstand und auch für Gesundheit. Die Frauen hatten genug zu Essen und konnten daher, so die Ansicht der Männer, einfacher Kinder durchbringen.

Was damals so attraktiv war, wird heute gemieden. Das zeigt insbesondere die Modelbranche. Diese zeigt Mode lediglich an sehr dürren Frauen, bei denen meist schon die Knochen hervorstehen. Egal ob es die Schaufensterpuppen im Laden sind oder die Titelseiten auf dem Magazinen, jeder muss sich wohl mit dem heutigen Schönheitsideal auseinandersetzten.

Doch was ist nun besser und womit fühlt man sich am wohlsten? Um eine Antwort auf diese Frage zu geben, würden viele Ärzte und auch Versicherungen wohl den BMI-Rechner bevorzugen.

Der BMI, auch Body-Mass-Index genannt, soll Personen nach ihrem Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße in verschiedene Gruppen kategorisieren. In der untenstehenden Tabelle kann jede Person durch die Anwendung der Formel schauen, zu welcher Kategorie man gehören würde.

BMI= (Köpergewicht in kg)/((Körpergröße in Meter)^2 )

Der berechnete Wert kann nun anhand der Tabelle verglichen werden.

Klassifikation Männer Frauen
Untergewicht <20 <19
Normalgewicht  20-25 19-24
Übergewicht 25-30 24-30
Adipositas 30-40 30-40
Starke Adipositas >40 >40

 

Wenn man einen Wert im Normalgewicht hat, dann muss man sich nicht darum sorgen. Wenn es allerdings in Richtung Übergewicht oder Untergewicht geht, sollte man sich eventuell Gedanken, um seine Ernährung oder sportlichen Aktivitäten machen, um einen Ausgleich zu finden und in der Zone des Normalgewichts zu landen.

Doch wie sehr kann man tatsächlich auf solch einen Rechner vertrauen?

Viele behaupten mit Sicherheit, dass dieser Rechner den realistischen Gesundheitszustand aufzeigen kann, da schließlich Ärzte und Versicherungen diesen verwenden.

Allerdings wurde in den letzten Jahren mehr oder weniger festgestellt, dass es nicht die Wahrheit ist. Der Wert kann wie schon erwähnt lediglich das Verhältnis zu Größe und Gewicht vergleichen, aber ermittelt andere Faktoren nicht mit ein. Einer der größten Messfehler werden wohl bei Bodybuildern entstehen, da sie laut der Berechnung als übergewichtig gelten.

Du fragst Dich jetzt wahrscheinlich wodurch das Zustande kommt. Das werde ich Dir kurz erklären. Dazu muss man zuerst den Unterschied von Fett und Muskelmasse genauer unter die Lupe nehmen.

Wenn man ein Kilogramm Fett mit einem Kilogramm Muskeln vergleicht, könnte man denken, dass es das gleiche Volumen hat. Die Vermutung ist allerdings falsch. Ein Kilogramm Muskeln hat ein viel geringeres Volumen als ein Kilogramm Fett. Eine Person, die durchtrainiert und definiert aussieht kann also genauso schwer sein, wie eine Person, die nicht durchtrainiert ist und mehr Fettanlagerungen hat.

Der BMI-Rechner beinhaltet somit kein Körperfettanteil, keine Muskelmasse und auch keine Wasseransammlungen im Körper. Wer also immer wieder mit Wasserödeme zu kämpfen hat, die allerdings längst nicht so gefährlich sind wie beispielsweise Fett, wird trotzdem in Richtung Übergewicht gehen, da Wasser nun mal sehr viel Gewicht mit sich bringt.

Es ist also nicht immer wichtig, was das Gewicht auf der Waage anzeigt, sondern viel mehr, wie man sich gesundheitlich fühlt und wie die Figur von außen aussieht.

Wenn man an der Hüfte oder am Bauch eine kleine Speckrolle hat, ist das kein Problem. Wer deutliches Übergewicht hat und eventuell zusätzlich viszerales Fett, also Fett, was im Bauchraum vorliegt, hat, der sollte etwas an der Figur ändern.

Schlussendlich kann man sagen, wer auf seine Ernährung achtet, Kraftsport betreibt und durch die Muskelmasse mehr Gewicht auf die Waage bringt, der sollte nicht nur auf die Waage achten, sondern vielmehr auf die Körpermaße. Wenn allerdings keine Bewegung im Alltag integriert wird und nur zuckerhaltige ungesunde Lebensmittel auf der Speisekarte stehen, kann man super auf den BMI-Rechner zurückgreifen.


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